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Posts Tagged ‘Finden’

Vom Finden des persönlichen Werkzeugs

16 Oct

Straße durch eine Steppenlandschaft, die auf einen Berg am Horizont zuführt.

Ein Beitrag von: Dennis Wehrmann

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der Testberichte schreibt und lese diese auch nicht mehr. Meine Meinung zu Testberichten: Es gibt kaum etwas Subjektiveres und hilfreich sind sie nur, wenn ihr den Menschen und seine Anforderungen an die Fotografie kennt, die er mit dem Testbericht zum Ausdruck bringt. Zumindest, wenn es um mehr als pure Technik geht. Dennoch schreibe ich etwas zum Thema OM-D vs. Nikon als Testbericht im weiteren Sinn – warum?
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Gefallen an Banalitäten und Unordentlichem finden

17 Sep

„Fotografieren heißt Bedeutung verleihen”, schrieb Susan Sontag über die Fotografie. Brad McMurray verleiht scheinbar Banalem Wert und fordert die Betrachter heraus, geduldig hinter die Fassade des ersten Eindrucks zu blicken.

Der Bildermacher beschreitet den aus der Straßenfotografie wohlbekannten humoristischen Weg, das Offensichtliche ohne Schnickschack zu fotografieren – und konfrontiert einen mit der schieren Unmöglichkeit des Vorgefundenen. Er kommt derweil ohne die Anwesenheit von Personen aus und konzentriert sich auf Architektur und recht häufig unfreiwillig chaotische Landschaftsgärtnerei.

„Wie ist denn das passiert?” Wenn der Vorhang gefallen ist und die Absicht hinter der Aufnahme blitzartig klar wird, bleibt einem fast nichts anderes mehr übrig, als wohlwissend zu schmunzeln. McMurray nimmt nichts vorweg, sondern überrascht mit einem wohldosiert komischen Charme, der leicht an William Eggleston erinnert.

Blick in diverse Formen von trockenen Büschen und Ästen.

Selbstportrait des Fotografen in Form eines Schattens.

Alte Gebäude in rot.

Schatten eines Baumes auf einer Wand.

Ein Zaun, der ausgesägt werden musste, weil ein Baum hinübergewachsen ist

Eine fast durch und durch weiße Straßenecke.

Blick auf Zaun und Wohnwagen.

Ein Luftballon sitzt auf einer stacheligen Pflanze

Zwei seltsam anmutende Büsche vor einem Haus.

Ein komisch geschnittener Busch.

Eine Hauswand von roten Sonnenstrahlen bemalt.

Eine Hauswand von roten Sonnenstrahlen bemalt.

Schiefer Zaun vor Wand, auf der ein Strand aufgemalt wurdde.

Seitenblick auf ein rotes, altes Auto.

In einer Nachricht an mich skizzierte McMurray seinen gestalterischen Ansatz wie folgt:

Meine Arbeit beleuchtet das Normale und Gewöhnliche in dieser Welt. Ich denke, dass kein Thema derart mit Bedeutung aufgeladen ist, wie dieses. Ja, es ist möglich, Gefallen an Banalitäten und Unordentlichem zu finden.

McMurray schreibt mir weiter, dass er vorgefundenen Formen visuellen Sinn geben wolle – und die Kamera dazu das passendste Werkzeug sei. Er vertraue darauf, dass das Geheimnis und die Poesie von alleine folgen. Dies verleiht seinen Bildern einen minimal romantischen Unterton, der sich in Aufnahmen versteckt, bei denen diffuses Licht und sanfte Farben den Ton angeben.

Ich würde McMurrays Dokumentation die Zuordnung „intelligente Fotografie” geben. Weshalb? Weil er den Mut hat, wohltuend zurückhaltend zu kommunizieren. Und das gerade in einer Zeit, in der Photoshop dominiert und die lautesten Arbeiten hervorstechen, um nach Aufmerksamkeit zu heischen.


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Das Finden von Ruhe

22 May

Ein Beitrag von: Bastian Kalous

Mein Name ist Bastian Kalous und ich wohne seit 33 Jahren in der gleichen kleinen Stadt namens Freyung. Diese befindet sich im Süden von Deutschland, genauer gesagt im tiefsten Bayern. Gut versteckt in den tiefen dunklen Wäldern des Bayerischen Waldes, angrenzend an Tschechien und Österreich. Dort bin ich immer wieder unterwegs mit verschiedenen Sofortbildkameras, immer auf der Suche nach neuen, mir zum Teil noch unbekannten sowie teils schon bekannten, Orten der Ruhe und Stille.

Ein Großteil meines „Fotos-Spielplatzes“ befindet sich im Nationalpark Bayerischer Wald. Das ist meistens die erste Anlaufstelle, um neuen Sofortbildabenteuer zu bestreiten. Gut 15 Minuten liegt dieser zauberhafte Landstrich – in dem der Mensch die Natur weitestgehend sich selbst überlässt – von meiner Wohnung entfernt, ist also auch für kürzere Touren gut geeignet.

Ein Paar steht vor einem See.

Ein Mann und eine Frau sind an einem Wasserbecken.

Sollte ich doch mal länger Zeit haben, lasse ich mich auch gern in andere Teile dieser Welt verschlagen. Das Berchtesgadener Land, Island, die USA, um nur ein paar zu nennen. Und hoffentlich habe ich noch länger die Gelegenheit, diese Leidenschaft in diesem Ausmaß zu teilen.

Worum es mir in meinen Fotos geht, ist – wie schon kurz angesprochen – das Finden von Ruhe, was in der heutigen Zeit oftmals bis kaum mehr möglich ist, speziell in der Natur. Auch diese wird allzuoft ausgeblendet und man bindet sie oftmals nur in den Alltag ein, wenn es um die ertragreiche Bewirtschaftung geht. Doch sie ist für mich persönlich viel mehr als nur Profit.

Eine Person steht vor einem See, von hinten fotografiert.

Wir sollten viel besser auf unsere Mutter Erde aufpassen und sie um einiges mehr schätzen. Wir können doch immer wieder von ihr lernen.

Auf all meinen Fotos, die ich hier zeige, sind Eindrücke meiner Wanderungen durch diese Natur. Egal, ob ich den Weg zum ersten Mal gehe oder ob ich schon öfter auf dem Pfad gelaufen bin – es sieht immer wieder anders aus, es riecht immer wieder anders, der Wind weht immer wieder anders oder er weht eben überhaupt nicht.

Vielleicht wurde mir der Weg durch einen umgeworfenen Baum, kniehohes Gras oder hüfthohe Sträucher erschwert. Ein jedes Mal ist es wieder beeindruckend für mich, wie der Lauf der Zeit die Umwelt und eben auch uns verändert und weiterentwickelt.

Ein Mann mit Hut steht vor einem Wald, durch den die Sonnenstrahlen schießen.

Eine Frau steht vor einem Haus, der Wind weht.

Und das kann von heute auf morgen passieren. Sieht man dann wieder im Vergleich dazu, wie schnell diese Veränderung vor sich gehen kann, dass ein Baum, der auf dem Boden liegt, viele Jahre braucht, um ganz und gar zerfallen zu sein, fällt mir auch immer wieder auf, wie schnelllebig unsere von Menschen gemachte Zeit doch ist.

Und für mich selbst versuche ich immer wieder, dieser Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft zu entfliehen. Hierbei hilft mir wiederum die Natur.

Aber eben auch die Art und Weise der Fotografie, die ich für mich entdeckt habe. Die Verwendung der verschiedenen Kameras, zu der eigentlich immer ein Stativ, ein Belichtungsmesser und ganz allgemein ein relativ langsamer Aufbauprozess des ganzen Materials gehören.

Ein Wasserfall erzeugt Nebel.

Ein Mann mit Hut steht an einem See.

Der Kreis schließt sich dann wieder, denn die meist abgelaufenen Filme sind alles andere als „perfekt“ in ihrer Farbgebung oder, was vielleicht noch viel schlimmer klingen mag: Es fehlen manchmal ganze Bildteile.

Wieder eine Verbindung mit der Natur, die eben auch nicht immer perfekt und sauber oder geordnet erscheinen mag. Aber all diese Dinge sind ja auch irgendwie Teil unsers alltäglichen Lebens.

Wenn man durch den Wald spaziert oder an einem Fluss entlangläuft und man findet einen dieser „Fehler“ der Natur, kann genau dieser tausend Mal interessanter für uns sein als eine schnurgerade verlaufende Allee.

Ein Mann mit Hut steht in einem nebeligen Feld.

Das alles liegt aber eben im Auge des Betrachters und für mich muss eine Banane nicht kerzengerade sein und auch ein menschliches Gesicht muss nicht das gesamte Leben faltenfrei erscheinen.

Kurz und knapp: Ich liebe das natürliche, entschleunigte Leben und jeder, der Zeit, Lust und Interesse findet, ist hiermit herzlich eingeladen, mit mir auf Reisen zu gehen.

Anmerkung der Redaktion: Noch bis zum 15. Juli 2014 werden die Bilder von Bastian in Berlin ausgestellt. Infos dazu findet Ihr auf Impossible.


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Vom Suchen und Finden

14 Feb

Ein Beitrag von: Mandy Münzner

Die Heimat und die Natur sind die beiden Dinge, die mir Inspiration für meine Fotografie geben. Bei jedem Besuch zuhause bin ich immer wieder fasziniert, was man aufs neue Entdecken kann.

Ich liebe die Traditionen des Erzgebirges und das Gefühl von Geborgenheit. Sie locken Erinnerungen meiner Kindheit hervor. Dieses sensible Gefühl versuche ich oft in meinen Bilder umzusetzen.

Deshalb habe ich meine Heimat als Thema meiner Bachelorarbeit gewählt, um sie wertzuschätzen und anderen Leuten ebenfalls mein persönliches Gefühl zu vermitteln. Ich habe ein Portrait-Magazin über das Erzgebirge entwickelt, der Titel lautet „Dunkelwald“.

Meine Arbeit spiegelt meine intimen Eindrücke und Gefühle wider. Mir ist sehr wichtig, dass dies dem Betrachter vermittelt wird und er sich mitreißen lassen kann, aus dem Alltag zu entfliehen.

© Mandy Münzner

© Mandy Münzner

Den Weg zur Fotografie fand ich durch mein Studium. Ich habe Kommunikationsdesign in Dessau studiert und die weite Entfernung hat mir immer ein bisschen Sehnsucht bereitet.

In meinem Studium wurde ein Grundkurs Fotografie angeboten. Meine Anfänge waren auf keinen Fall einfach und auch wenig zufriedenstellend. Ich habe mich mit den vorgegebenen Aufgabenstellungen und der Studio-Fotografie etwas schwer getan, aber den Mut habe ich dennoch nicht verloren. Deshalb habe ich mir eine eigene digitale Spiegelreflex-Kamera gekauft, um meine Ideen umsetzen zu können.

© Mandy Münzner

© Mandy Münzner

Meistens waren das Selbstportraits, Fotos von meiner Schwester und meiner täglichen Umgebung, die ich auf Flickr hochgeladen habe.

Das Besondere an meinen Bildern sind verträumte Inszenierungen, persönliche Momente und Natürlichkeit. Das Licht und die Schönheit des Zufalls prägen meine Arbeiten. Meistens kommt eins mit dem anderen.

Leider musste ich dann auch feststellen, dass mir die digitale Fotografie teilweise zu künstlich wurde. Ich wollte meine Bilder nicht aufwändig bearbeiten oder in Photoshop quälen.

© Mandy Münzner© Mandy Münzner

Deshalb wagte ich mich an die analoge Fotografie, die für mich persönlich sehr spannend ist. Man weiß nie, wie die Bilder werden – manchmal ist man enttäuscht und manchmal auch völlig überrascht, was für wunderschöne Aufnahmen entstanden sind.

Dieser Überraschungsmoment ist für mich sehr reizvoll. Ich sammelte mir nach und nach einige analoge Kameras oder benutzte verschiedene Filme, um weiter zu experimentieren.

© Mandy Münzner

Ich probiere viel aus und versuche, mich immer wieder neu zu finden: Mal unruhige Bilder oder Doppelbelichtung, mal schwarzweiß.

In Zukunft möchte ich mich mehr auf die Portrait-Fotografie konzentrieren und mich auf neue Gesichter einlassen. Aber vielleicht finde ich auch einen anderen Weg, der mich zu neuen Ideen führt.


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