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Posts Tagged ‘einfach’

Einfach nackt sein

07 Jun

Akt Portrait einer Frau

Ein Beitrag von: Miss Souls

Aktfotografie – Ein Bereich der Fotografie, der schon immer sehr kritisch betrachtet wurde und immer noch mit vielen Vorurteilen behaftet ist. Was bedeutet es, Aktfotograf zu sein? Nackte Menschen abzulichten? Reiz zu erzeugen, um damit Klicks zu generieren? Ich bin mir da nicht sicher. Ebenso wenig, ob ich, trotz meiner Erfahrung im Bereich der Aktfotografie, inzwischen behaupten kann, ich wüsste, worum es wirklich geht. Viel zu sehr schwanke ich selbst zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.
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Einfach mal anders

07 Mar

Ein Beitrag von: Petra Holländer

Wenn ich im Internet durch Abertausende Fotos stöbere, kommen mir oft Bilder unter, die durch aufwändige und ungewöhnliche Requisiten auffallen. Es kann aber auch genau das Gegenteil der Fall sein: Einfache Alltagsgegenstände werden gekonnt in Szene gesetzt oder so verfremdet, dass sie besonders interessant wirken.

Genau diesen Gedanken finde ich toll und daher versuche ich, ihn auch in meinen Fotos umzusetzen. Einerseits habe ich nicht das nötige Kleingeld, um mir teure Requisiten für meine Bilder anzuschaffen, anderseits fasziniert mich auch, wie man mit einfachen Mitteln schöne Fotos machen kann.

my own little place © Petra Holländer

Für meine Fotos verwende ich am liebsten Gegenstände, die entweder sehr schlicht sind, wie zum Beispiel Papier, oder Dinge, die noch einen gewissen Raum für Kreativität lassen. Darunter fällt etwa eine Glühbirne, die man, wie Ihr im Folgenden sehen werdet, zum Beispiel mit Wasser füllen kann, was wiederum einen interessanten Effekt hat.

Natürlich finden sich auch Gegenstände in meinen Bildern wieder, die einfach nur ihren Zweck erfüllen, wie beispielsweise ein Koffer. Viel spannender finde ich es aber, wenn Gegenstände zweckentfremdet werden, wenn aus Papier eine Art Riesenschal wird oder ein Vorhang als Kleidungsstück fungiert.

what if I can see into your soul © Petra Holländer

Wie aber findet man am besten solche Gegenstände? In meinem Fall gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich suche explizit nach ihnen oder sie finden mich!

Wenn ich auf der Suche nach Requisiten bin, laufe ich meist mit dem Gedanken, was ich denn nur fotografieren soll, durch meine Wohnung. Ich stöbere in Kisten und reiße Schranktüren auf, mit der Hoffnung, endlich eine zündende Idee und die passenden Gegenstände zu finden.

Oft lasse ich mich dann einfach von den gefundenen Dingen inspirieren oder denke krampfhaft nach, was sich wohl damit anstellen lässt. Als besonders hilfreich empfinde ich meine Fotokiste, in der ich Sachen sammle, die ich vielleicht einmal für Fotos verwenden könnte.

Findet jedoch umgekehrt ein Gegenstand mich, dann läuft das so ab: Mir fällt etwas in die Hand oder ich sehe ein Ding, das in mir sofort ein Bild erzeugt, das mir eine genaue Idee für ein Foto liefert oder ich sehe es schon fix und fertig vor meinem inneren Auge. Dabei bin ich meist ziemlich aufgeregt vor Freude und kann es gar nicht erwarten, das Foto zu realisieren!

deceive yourself © Petra Holländer

Das Foto mit den weißen seltsamen Ballons ist so entstanden, dass ich Geld sparen wollte und die billigsten Müllsäcke gekauft habe, die sich finden ließen. Im Endeffekt waren sie zu klein und zerrissen sehr leicht. Es war mir aber auch zu schade darum, sie einfach zu entsorgen. Was sollte ich also damit tun? Natürlich ein Foto machen!

So entschloss ich mich, die Säcke aufzublasen, an Schnüren zu befestigen und sie als so eine Art Luftballons zu verwenden. Im endgültigen Foto erinnern sie mich jedoch eher an flauschige Wolken, die auch das Konzept, sich selbst zu täuschen und zu behaupten, alles sei okay, untermauern, indem sie optisch ein weiches, himmlisches Umfeld erzeugen.

Wie die folgenden Fotos zeigen, kann man mit einfachen Dinge auch tolle Effekte erzielen, die das Bild ergänzen, anstatt die Gegenstände in den Vordergrund zu rücken.

prisoner © Petra Holländer

Dieses Foto war eher ein Versuch, der schlussendlich besser geworden ist, als anfangs gedacht. Dabei habe ich durch eine Glasscheibe fotografiert, an der ich zuvor schwarze Farbe hinablaufen ließ. Zusätzlich habe ich auch etwas Mehl darüber verteilt, das dann einen interessanten Effekt im rechten oberen Bereich ergab. Die bemalte Glasplatte selbst sah eigentlich nicht sonderlich spektakulär aus, weshalb ich über das Ergebnis besonders überrascht war.

winter rose © Petra Holländer

Das Foto mit der weißen Rose ist ein eher simples Portrait, das ich durch Alufolie ein wenig aufzupeppen versuchte. Die Alufolie erkennt man auf den ersten Blick wohl nicht, da ich sie ein wenig zweckentfremdete.

Ich habe nämlich aus einem quadratischen Stück Folie einen Kreis ausgeschnitten, durch den ich dann hindurch fotografierte. Die etwas zerknüllte Alufolie lag außerhalb des Schärfebereichs und reflektierte das Licht, sodass sie eine schönes Bokeh erzeugte, das das Bild umrahmt.

Für mich sind Alltagsgegenstände als Fotorequisiten nicht nur eine preisgünstige Möglichkeit, sondern fordern mich auch auf, meine Kreativität zu nutzen, um Neues zu erschaffen. Es gibt so viele tolle Dinge, die nur darauf warten, fotografiert zu werden und ich kann es gar nicht erwarten, sie alle in Bildern zu verwenden!


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Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug

15 Jan

Ein Beitrag von: Peter de Krom

Vor drei Jahren zog ich in meine Heimatstadt Hoek van Holland zurück. Es ist eine kleine niederländische Stadt, die sich in der spitzesten Ecke Hollands wiederfindet. Man könnte sagen, dass alles, was irgendwie typisch niederländisch ist, in diese enge Ecke getrieben wird und dort einen wunderbaren Cocktail unserer Kulturen und Angewohnheiten kreiert.

Hier scheinen die Menschen ihr Leben nach dem Motto zu führen: „Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug.“ Und das ist wirklich so.

In meiner Arbeit versuche ich, die verschiedenen Facetten, die diese Stadt zeigt, herauszuarbeiten. Von meiner eigenen Straße bis hoch zur See fotografiere ich alle möglichen Szenen, die mir begegnen.

Dann füge ich die Bilder zu meinem Online-Notizbuch hinzu und manchmal führen diese zu größeren Projekten, an denen ich dann für längere Zeitabschnitte arbeite. Und irgendwann versuche ich, die Bilder zu publizieren oder auszustellen.

Scootrangers Maassluis © Peter de Krom

Nederland © Peter de Krom

Durch die Fotografie versuche ich zu verstehen, wie sich eine kleine Gesellschaft selbst erhält, indem sie dem Leben von vielen Generationen Struktur gegeben hat. Es passiert immer irgendetwas Seltsames an diesen Orten, an denen jeder versucht, zu einem gewissen Grad in der „Normalität“ zu leben.

Und diese seltsame Stimmung versuche ich sowohl einzufangen als auch zu verstehen. Ungefähr ein Mal pro Woche fahre ich auf einem Moped durch meine Heimatstadt und besuche ungefähr fünf Orte, an denen interessante Sachen passieren. Manchmal suche ich auch nach bestimmten Ereignissen, wenn Leute Dampf ablassen oder irgendetwas feiern.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Meinen fotografischen Hintergrund bilden die dokumentarische Fotografie und der Journalismus. Drei Mal die Woche arbeite ich auftragsmäßig für das Nachrichtenblatt NRC Next oder andere Kunden. An anderen Tagen arbeite ich an eigenen Projekten, die ich manchmal mit meiner Arbeit für Zeitungen kombinieren kann.

Ich schätze mich sehr glücklich, einige gute Schreiber und Journalisten zu haben, die meine Bilder mit großartigen Texten ergänzen.

Ich versuche, viele Orte in kürzester Zeit zu besuchen, aber manchmal bleibe ich länger an einem Platz und versuche, aus einer Situation etwas herauszukitzeln. Dabei achte ich darauf, nicht wie ein Fremder auszusehen und ein freundliches Gesicht zu zeigen.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Derzeit fotografiere ich mit einer Canon EOS 5D Mark III, die ich mit einer 35mm-Festbrennweite oder dem 24-70 L Mk II bestücke. Der „silent mode“ an der 5D funktioniert perfekt und bewahrt mich vor vielen Gesprächen mit Menschen, die ich fotografiere.

In meiner Arbeit schätze ich den Kontext sehr. Deshalb arbeite ich auch gern mit einer 35mm-Festbrennweite. Ich mag es nicht, Leuten die Kamera ins Gesicht zu halten oder – anders herum – dem Betrachter das Bild unter die Nase zu reiben.

Genauso, wie ich mir Zeit dafür nehme, meine Bilder zu machen, mag ich es, wenn Menschen meine Bilder länger ansehen müssen, um sie komplett zu verstehen.

avondvierdaagse in Hoek van Holland © Peter de Krom

© Peter de Krom

Weiter mag ich es grundsätzlich nicht, wenn man die Gegenwart des Fotografen in einem Bild sehen kann. Die fotografierte Person wird auf den Fotografen eine bestimmte Reaktion haben, die sehr zu dessen Nachteil werden kann.

Dann sagt das Bild mehr über den (nervigen) Fotografen als über den fotografierten Menschen aus. Auf diese Art wird das Ganze zu einem Trick.

Nederland, Eindhoven © Peter de Krom

Ich versuche also, einen Moment so pur wie möglich einzufangen.

Dieser Artikel wurde von Martin aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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