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Posts Tagged ‘Dynamische’

Dynamische Bilder: kreativ Blitzen

02 Sep

Ein dunkler Raum, in dem nur schwaches Umgebungslicht vorhanden ist, tanzende Leute. Und ein kleiner Aufsteckblitz soll das alles so beleuchten, dass es dynamisch wirkt und nicht einfach nur angeblitzt? Es gibt eine Methode, in solch einer Situation zu blitzen, die Spaß macht, aber genau so wie die Technik des Mitziehens auch viel Ausschuss mit sich bringt.

Selbst neue, leistungsfähige Digitalkameras stoßen bei solch extremen Lichtverhältnissen manchmal an ihre Grenzen. Stellt man in einer Situation wie oben beschrieben einen hohen Iso-Wert ein, macht die Blende möglichst weit auf und blitzt mit einem Aufsteckblitz, erhält man mit Glück noch scharfe Bilder. Nämlich dann, wenn der Aufsteckblitz genug Licht liefert, um mit einer entsprechend kurzen Verschlusszeit die Bewegungen der tanzenden Personen ‘einzufrieren’.

Allerdings bleibt dann keine Zeit, auch das Umgebungslicht, das in dunkler Umgebung viel schwächer ist als der Blitz, mit einzufangen. Das Ergebnis ist ein Foto, auf dem der Vordergrund durch den Blitz stark aufgehellt und oft sogar überbelichtet ist, der Hintergrund jedoch sehr dunkel und im Extremfall sogar schwarz ist. Wir kennen das wohl alle zum Beispiel von Partyfotos, die mit einer kleinen Kompaktkamera gemacht sind.

Für stimmungvolle Fotos ist das Einfangen der Tanzbewegungen sowie das Einbeziehen des Umgebungslichtes jedoch notwendig. Hier kommt eine Technik zur Anwendung, die, genau wie das Mitziehen, ein wenig Übung erfordert, aber auch tolle und überraschende Ergebnisse liefern kann.

Ziel ist es, die tanzenden Personen mit Hilfe des Blitzes einmal ‘einzufrieren’, um nicht nur verwischte Bewegungen auf dem Foto zu erhalten. Nach dem ‘Einfrieren’ der Bewegungen soll dann der Verschluss noch offen bleiben, um dem schwachen Umgebungslicht die Möglichkeit zu geben, auf dem Sensor sichtbar zu werden.

Der Iso-Wert wird für diese Technik je nach vorhandenem Umgebungslicht auf etwa 800 – 1600 eingestellt. Als Verschlusszeit eignet sich etwa 1/3 Sekunde. Am Blitz wird keine besondere Einstellung vorgenommen. Er soll einfach am Anfang der Belichtung auslösen.

Schwierig ist bei nur schwach vorhandenem Umgebungslicht das Fokussieren. Hier kann schon durch fehlfokussierte Bilder ein gewisser Ausschuss entstehen.

Nun wählt man seine Position so, dass aus Richtung der Kamera (fast) nur der eigene Blitz als Lichtquelle dient. Hinter sich darf man also keine helle Lichtquelle haben. Man fokussiert, im Fall der tanzenden Leute am besten im Modus, der die Schärfe permanent nachzieht, und drückt ab. Jetzt löst der Blitz aus und erhellt die Personen, die somit auf dem Sensor abgebildet werden. Nach dem Blitz geht jedoch der Verschluss noch nicht zu.

Jetzt kommt das Umgebungslicht ins Spiel. Da die tanzenden Personen aus Richtung der Kamera nicht mehr angeleuchtet werden, können sie sich weiter bewegen, ohne auf dem Sensor Spuren zu hinterlassen. Bewegt man jetzt die Kamera (mit einer Festbrennweite) oder zoomt (mit einem Zoomobjektiv), solange der Verschluss noch offen ist, fängt man das Umgebungslicht als verwischte Streifen auf dem Sensor ein, die am Ende die Dynamik im Bild ausmachen. Werden die Personen durch eine schwache Lichtquelle aus Richtung der Kamera nach Auslösen des Blitzes noch leicht angestrahlt, entstehen dynamische Bewegungsspuren wie im Bild oben gezeigt.

Der Ausschuss bei dieser Technik ist deswegen nicht zu unterschätzen, da durch das Bewegen der Kamera oder das Zoomen oft helle Streifen zum Beispiel durch das Gesicht verlaufen. Es ist also auch dem Zufall überlassen, ob ein Foto gelingt oder nicht.

Wir freuen uns auf Eure Ideen und Bilder von kreativem Blitzeinsatz!


KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

 
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Dynamische Bilder: Mitzieher

27 Aug

Ein zischendes Geräusch ist zu hören, ein paar Sekunden später das Aufschlagen der Skier auf dem Hang, dann der Zuschauerjubel. Meine Kamera speichert noch und speichert und speichert. Gespannt drücke ich mit meinen ziemlich steif gefrorenen Fingern auf ‘play’ und schaue die Serie von zehn Bildern durch, die ich gerade im Serienmodus gemacht habe.

Neun der zehn Fotos werden gleich gelöscht, aber eines der Bilder ist scharf. Genauer gesagt: Der Skispringer, der eben mit unglaublicher Geschwindigkeit und einem Zischen an mir vorbei geflogen ist, ist scharf abgebildet. Der Hintergrund verschwimmt in Unschärfe. Schnell konzentriere ich mich wieder, denn der nächste Sportler ist schon auf seinem Weg die Schanze hinab.

Sportarten wie Skipringen und Radsport haben mich lange fasziniert und sind der Grund, warum ich irgendwann begonnen habe, mich sehr intensiv mit der Fotografie zu beschäftigen. Die Dynamik dieser Sportarten einzufangen ist jedoch alles andere als einfach. Nach diversen Versuchen mit außergewöhnlichen Perspektiven und Weitwinkelobjektiven habe ich die Technik des Mitziehens für mich entdeckt, um die Geschwindigkeit auch auf Fotos festzuhalten.

Für gelungene Mitzieher braucht man ein wenig Übung, ein bißchen Glück und auch Geduld, denn Ausschuss ist vorprogrammiert und es kann dauern, bis das perfekte Foto dabei ist. Ziel beim Mitziehen ist es, die Kamera exakt so schnell zu schwenken, dass sich das bewegte Objekt  in der Zeit, in der der Verschluss der Kamera geöffnet ist, immer an der gleichen Position im Sucher und somit auch auf der gleichen Position auf dem Sensor oder Film befindet, während sich der Hintergrund ‘über den Sensor hinweg bewegt’ . So ist gewährleistet, dass das Objekt scharf, der Hintergrund jedoch unscharf verwischt abgebildet wird.

An der Kamera stellt man zum Mitziehen den Modus ein, der die Schärfe permanent nachführt. Außerdem ist es sinnvoll, den Serienmodus einzuschalten, denn bei einer Serie von mehreren Bildern ist die Wahrscheinlichkeit eines Treffers erhöht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir oft eines der mittleren Bilder aus einer Serie von acht bis zehn Fotos gelungen ist, weil man zu Beginn der Serie erst die Geschwindigkeit des Objektes erfassen und seine eigene Bewegung angleichen muss und diese nur über einen kurzen Zeitraum exakt halten kann.

Für meine Mitzieher benutze ich immer ein Teleobjektiv. Dies hat den Grund, dass man weniger hektisch schwenken muss, wenn man das bewegte Objekt mit der Kamera verfolgt. Steht man zum Beispiel nahe an der Straße und möchte einen Radfahrer seitlich fotografieren, sodass der Radfahrer scharf, der Hintergrund aber  verwischt ist, muss man die Kamera und somit seinen Oberkörper in einer kurzen Zeit von ein oder zwei Sekunden über einen großen Winkel schwenken. Befindet man sich dagegen weiter entfernt von der Straße und nutzt ein Teleobjektiv, ist die Drehbewegung langsamer und das ruhige, gleichmäßige Mitziehen somit einfacher.

Der nächste entscheidende Punkt ist die Verschlusszeit. Wählt man eine zu kurze Verschlusszeit, hebt sich der Hintergrund nicht genug vom Hauptmotiv ab, da er nicht ausreichend verwischt. Bei einer zu langen Verschlusszeit fällt es schwer, dem Objekt während des kompletten Zeitraums, in dem der Verschluss geöffnet ist, exakt zu folgen. Je nach Entfernung zum Objekt und Geschwindigkeit des Objektes variieren die geeigneten Verschlusszeiten, hier ist Ausprobieren gefragt. Bei meinen Radsport- oder Skisprungfotos habe ich Verschlusszeiten von 1/80 bis 1/125 Sekunde verwendet.

Natürlich sind nicht nur schnelle Sportler geeignete Objekte, um Mitzieher zu machen. Auch Bilder von rennenden Hunden können zum Beispiel reizvoll sein. Da die Hunde jedoch keine gleichmäßige Bewegung in eine Richtung machen, sondern sich beim Rennen auch auf und ab bewegen, ist hier die Trefferquote noch geringer.

Doch gerade aufgrund der manchmal unberechenbaren und überraschenden Ergebnisse machen Mitzieher einfach Spaß. Und schließlich können nicht gelungene Bilder ja gelöscht werden – die digitale Technik macht das Fotografen- bzw. Fotografinnenleben hier einfacher.

Sind Euch schon schöne Mitzieher gelungen? Wir freuen uns auf Eure Links!


KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

 
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