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Posts Tagged ‘Bearbeitungsexperimente’

Ergebnisse der Leseraktion: Bearbeitungsexperimente

08 Jun

Vor zwei Wochen hatten wir Euch zwei Fotos zur Verfügung gestellt, an denen Ihr Euch kreativ austoben durftet und solltet. Eure Bildbearbeitungskünste waren gefragt! Heute zeigen wir Euch, was dabei herausgekommen ist.

Wir waren wieder einmal erstaunt, wie viele tolle Einsendungen dabei waren und auf welche Ideen Ihr gekommen seid. Es bestand ja doch die Gefahr, dass viele bei einem Bild in die selbe Richtung gehen, aber Ihr habt uns das Gegenteil bewiesen. Außerdem war es sehr spannend zu lesen, wie jeder einzelne an die Bearbeitung herangegangen ist. Da kann man auch gleich noch etwas voneinander lernen!

Wir konnten natürlich nur die Beiträge berücksichtigen, die ausschließlich nachgewiesen freigegebenes Fremdmaterial verwendet haben, aber bei den meisten hat das ja gut geklappt.

Zum Vergleich hier noch einmal die beiden Ausgangsbilder:

© Aileen Wessely © Normen Gadiel

 

Nun aber endlich zu Euren Kunstwerken!

 

© Torsten Geiger

Torsten schrieb:

Wow, eine tolle Idee! Auch wenn ich durchaus ein Anfänger bin, wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Ich hoffe, dass die Idee hinter dem Bild heraus kommt. Ich wollte aus dem freien Feld eine kleine Zukunftsvision machen. Da immer mehr freie Landschaft der Betonwüste zum Opfer fällt, könnte dies ja auch dem Feld geschehen.

Quellen: Schwebebahn, Straßenzug

 

Alienforschung © Christoph Trabert

Christoph schrieb:

Wenn man von mir verlangt, dass ich ein Bild stärker bearbeite als sonst, dann nehme ich das wörtlich.

Das Landschaftsbild erinnerte mich sofort an ein total altes Foto, dass ich 2005 oder ’06 in Köln auf einem Festival gemacht habe.
Man sieht darauf Strommasten im Sonnenuntergang und weit entfernt ein Flugzeug, so schlecht erkennbar und an beiden Flügelenden leuchtend, dass man es für ein Ufo halten könnte.
Ich stehe auf Science Fiction, also wurde es heute eine Entführung mit Forschungszweck.

Zur Bearbeitung:

Erstmal habe ich die beiden Ausgangsbilder durch Lightroom gejagt.
Kontraste raus, bei der Landschaft die Belichtung runter, damit war ich auch schon durch.
Dann Photoshop auf, mit Gradationskurven eine nächtliche Stimmung erzeugt, das Bild etwas beschnitten (die hellen Wolken oben haben mich genervt), den Typen schonmal freigestellt und eingefügt.
Dann habe ich erstmal ein neues Dokument erstellt um das Ufo zu malen.
Ein paar graue Flächen mit Verläufen und kleinen Effekten durch Ebenenstile, mehr ist das auch nicht.
Zurück in’s Hauptbild, Ufo einfügen, Lichtstrahl drunter, Lichter an’s Ufo malen…
Das arme Entführungsopfer einen Schatten werfen lassen, via dodge & burn ‘ne homogene Lichtstimmung auf ihm erzeugen und natürlich den Lichtkegel am Boden nicht vergessen.
Dann noch Nebel malen, den Hintergrund etwas entschärfen, alles entsättigen und eine 5%ige Farbebene über alles legen.
Ähm, was habe ich noch vergessen? Achja, heutzutage geht ja nichts mehr ohne Lensflares. Hab’ dabei sehr schnell aufgegeben, weil die 2GB Arbeitsspeicher in meinem Rechner mir nicht erlaubt haben das etwas schöner zu machen – egal.
Zum Schluss habe ich eine Kornebene über alles gelegt, so fügen sich einzelne Elemente viel besser zusammen und wirken nicht so eingesetzt.
Joa… zwischen den einzelnen Schritten immer wieder mal an Details gefeilt wie dem Licht am Ufo, der Unschärfe des Beamopfers etc.

 

Revenge © Manuela unterbuchner

Manuela schrieb:

Das ist die perfekte Aktion für das miese Wetter gerade!
Als ich das Ausgangsfoto sah, wusste ich sofort, was ich damit machen wollte. Der dramatische Himmel und die Symmetrie sollten für eine düstere Stimmung sorgen, in deren Mittelpunkt eine Person steht, getrieben von Rache und Wut.
Alle Bearbeitungen erfolgten in Photoshop, die Schwarzweißkonvertierung der Einfachheit halber mit dem Silver Efex Plugin. Den Großteil der Stimmung machen eine alte Backpapiertextur im Modus Differenz sowie eine Verlaufsumsetzung mit den Farben orange und blau im Modus Weiches Licht aus. Die Weichzeichner (Iris und radial) sorgen für Dramatik und lenken den Fokus aus das Mädchen. Stockfotos sind von der lieben faestock (Frau) und Selunia (Vögel).

 

© Katja Buehler

Katja schrieb:

so sieht das aus, wenn ich tanzen geh…

 

© franziska

Franziska schrieb:

Die Entscheidung für ein Bild fiel mir auch recht leicht und ich wusste auch sofort was ich machen wollte. Ich war letztens zum Sonnenuntergang im Rapsfeld und habe eins dieser Bilder genommen und den Schwimmbadmann dort eingefügt und farblich angepasst. Ein, zwei zusätzliche Farbverläufe darüber gelegt und fertig ist das Bild. Ich für meinen Teil bin zu frieden damit.

 

© Mr. Kendrix

Mr. Kendrix schrieb:

Als ich das Bild „Mann im Trockendeck“ sah, hatte ich sofort ein Titel parat: „Per Anhalter durch die Galaxis … wartet, ich hab mein Handtuch vergessen!“
Für die Umsetzung nahm ich zuerst Korrekturen in Camera Raw vor und trimmte alles auf HDRI-Look, um Bild etwas Dramatik zu verleihen. Weiter ging es im Photoshop. Paar Pinselstriche für`s Lichtkegel und eine Einstellebene für Tonwertkorrektur und Dynamik, kam Bonbonfarbendes und “etwas” nach Photoshop stinkendes dabei raus.

 

Berlin © Michel Picard

Michel schrieb:

Meine Herangehensweise bei all meiner Kunst ist sehr intuitiv und spielerisch und genauso ist das Bild auch entstanden.
Ich mache oft Collagen aus meinen eigenen Bildern, mal manuell (dazu fehlten mir jetzt aber Zeit und Drucker) oder, wie in diesem Fall, digital.
Ich habe das Original mit zwei meiner eigenen analog entstandenen Fotografien unterlegt, mit den Ebenen und Kontrasten jongliert und dabei festgestellt, dass es mich an das wackelige Leben in Berlin erinnert. Benutzt hab ich übrigens meinen guten, alten cs2.

 

Diese Auswahl der Redaktion ist wie immer rein subjektiv. Einfach, welche Bilder uns persönlich am besten gefallen haben. Ihr könnt Euch gern noch einmal alle Beiträge anschauen und uns Eure Favoriten verraten.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Leseraktion: Bearbeitungsexperimente

25 May

Auf der Suche nach einer neuen, spannenden Leseraktion kam Sebastian auf die Idee, an einem einzigen Bild zu testen, was durch verschiedene Bearbeitungstechniken und -stile entstehen kann.

Immerhin kommen hier auf kwerfeldein so viele verschiedene Menschen und damit auch so viele verschiedene Stile, Interessen und Vorlieben zusammen. Wäre doch schade, das nicht mal anschaulich vergleichbar zusammenzutragen.

Es geht dabei weniger darum, wer das „schönste“ Bild aus einem Rohbild zaubert, sondern viel mehr darum, Eurer Kreativität freien Lauf zu lassen, Euren eigenen Stil zu zeigen oder einen ganz neuen auszuprobieren.

Damit Ihr Euch etwas unter den möglichen Ergebnissen dieser Leseraktion vorstellen könnt, ist die Redaktion schon einmal mit mutigem Beispiel voran gegangen. Gemeinsam haben uns jeder selbst an einem von Lauras Bildern versucht. Ausgemacht war nur, dass jeder etwas stärker bearbeitet als sonst. Aber dass die Ergebnisse dann so verschieden werden würden, hätten wir trotzdem nicht erwartet.

Nach unseren Bildbearbeitungsexperimenten findet Ihr alle wichtigen Informationen zur Leseraktion, an der Ihr teilnehmen könnt.

 

© Normen Gadiel

Normen: Ich habe die Person aus dem Ausgangsbild ausgeschnitten und in eines meiner Bilder eingefügt. Anschließend habe ich noch die Farblichkeit angepasst und etwas Schatten unter die Person gesetzt.

 

© Aileen Wessely

Aileen: Mir fiel sofort die Fast-Symmetrie zwischen dem Ausschnitt Himmel und der Straße auf, also habe ich den Hintergrund auf den Kopf gestellt und die entstehenden Leerflächen wieder aufgefüllt. Um es noch surrealer zu machen, habe ich Lauras Schal in einen imposanten Kragen verwandelt und drei Linien in der Nähe ihrer Hand betont. Die Schwarzweiß-Konvertierung habe ich gewählt, um die Aufmerksamkeit stärker auf die Formen zu lenken.

 

© Martin Gommel

Martin: Bei der Bearbeitung des Bildes wollte ich nur mit dem Origninalmaterial arbeiten und nichts entwenden oder hinzufügen. Nach dem Ausrichten habe mit verschiedenen Helligkeitsverläufen und Gesamtjustierungen in Lightroom die Kontraste selektiv angepasst. Auch die Farben waren mir wichtig und mittels Teiltonung und Sättigungsvariationen gelang mir dieser Look. Die Bewegungsunschärfe tut ihr Übriges und soll den Blick eines vorbeifahrenden Autofahrers auf Laura simulieren.

 

© Sebastian Baumer

Sebastian: Das Bild, das den Ausgangspunkt bildete, war meiner Meinung nach sehr brauchbar, allerdings stellte die Umgebung ein größeres Problem dar, vor allen Dingen die vielen bunten Autos. Ich entschied mich dazu, sie (in einer Extrem-quick-and-dirty-Session von 20 Minuten mit verschiedenen Werkzeugen) komplett zu entfernen, um dem Bild einen zeitloseren Look zu geben.

Anschließend hellte ich verschiedene Bereiche des Bildes auf und dunkelte andere nach, führte eine leichte Retusche des Gesichtes durch und legte anschließend eine Textur über das entstandene Bild, das ich am Ende mit dem Kanalmixer in eine Schwarzweißversion verwandelte.

 

© Laura Zalenga

Laura: Da ich die Autos sehr unschön fand, für mich aber keine Chance sah, sie schön aus dem Bild zu retuschieren, habe ich direkt beschlossen, das Objekt in eine andere Welt zu versetzen. Ich liebe Märchen, das erzählen von Geschichten und ich liebe es, eine neue Welt entstehen zu lassen, vor allem, wenn sie ein wenig surreal sind.

Erst saß das Mädchen auf einem Elefanten mitten in der Savanne, aber ihr Outfit hat einfach nicht zur Geschichte gepasst, daher habe ich mich auf die Suche nach einem Stockbild mit einem Eisbären gemacht. Und hier auch gefunden.

Der Hintergrund war mir noch zu fröhlich, da ich eher eine abenteuerliche Stimmung wollte, daher habe ich den Wald aus einem früher aufgenommenen Bild eingebaut. Noch etwas mehr Wasserdampf vom herabstürzenden Wasserfall und ein paar Schatten und fertig ist die Geschichte von einem Mädchen, das mit ihrem Eisbären durch die Wälder streift.

Sich eine Welt so zusammen zu bauen, war selbst für mich neu. Normalerweise versuche ich, das direkt in der Kamera hinzubekommen und verändere nachher eher Farben, Kontrast und einige Kleinigkeiten. Da mir zu dieser Art von Bearbeitung die Übung fehlt, bin ich mit dem Ergebnis nicht völlig zufrieden, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass ich mich ab jetzt wohl öfter an solche Collagen wagen werde.

 

© Katja Kemnitz

Katja: Ich hatte mir das Bild eine Weile angesehen und mich störten die ganzen Autos und Häuser. Da wir im Vorhinein besprochen hatten, das wir gern etwas übertreiben können, damit am Ende nicht jeder nur etwas an den Farben dreht, beschloss ich kurzerhand, die Autos einfach zu entfernen. Die Straße ließ ich gerade und waagerecht im Bild verlaufen, was dem Ganzen ein sehr cleanes Aussehen gab. Um das noch zu betonen, entsättigte ich das Foto und schon war es fertig. Ich würde so kein Bild von mir bearbeiten, aber es war eine schöne Photoshop-Übung.

 

© Robert Herrmann

Robert: Mein erster Bearbeitungsschritt zielte auf eine etwas natürlichere Tonwiedergabe ab und so bügelte ich die Farbstiche in den Tiefen, Mitteltönen und Lichtern glatt und gab anschließend eine halbe Belichtungsstufe und etwas Gamma hinzu. Zusätzlich habe ich den Hintergrund mit einer ganz dezenten Kontrastreduktion maskiert, um den räumlichen Eindruck zu verstärken.

Anschließend habe ich den Bildausschnitt und die Perspektive minimal geändert, so dass nun zwei Fluchtlinien sauber in die rechte obere und untere Ecke laufen und die klaren Geometrien im Bild noch stärker betont werden – sehr schön hier übrigens die Wiederholung der Formen bei den beiden Giebeln im Hintergrund und der Haltung des Modells. Zuletzt habe ich den Frosch hinzugefügt. Frösche fetzen.

 

Regeln und Ablauf der Leseraktion

  • Ladet Euch die zwei Raws herunter, die wir für diese Aktion zur Verfügung stellen: Bild 1 und Bild 2.
  • Sucht Euch ein Bild aus, werdet kreativ und fertigt in der kommenden Woche Eure eigene Variante des Bildes an.
  • Meldet Euch bis zum Samstag, den 1. Juni 2013 zur Aktion an, indem Ihr unter diesem Aufruf einen Kommentar mit Link zu Eurem bearbeiteten Bild hinterlasst.
  • Schreibt zu Eurem Werk ein paar erläuternde Sätze. Zum Beispiel: Welche Bearbeitungsmethode habt Ihr gewählt und warum? Was war Eure Idee und wie gut hat die Umsetzung funktioniert? (Einsendungen ohne Erklärungen werden nicht berücksichtigt.)
  • Mit dem Kommentar stimmst Du einer möglichen Veröffentlichung auf kwerfeldein.de zu.
  • Am Samstag, den 8. Juni 2013 präsentieren wir unsere Auswahl Eurer Ergebnisse, hier auf kwerfeldein.

 

Zwei Tipps

Wer nicht mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeiten will, möchte oder kann, darf auch gern andere Hilfsmittel verwenden, um das Bild zu verändern. Zum Beispiel: Ausdrucken und bemalen, besprayen, beschneiden, bekleben – Kreativität hört nicht am Rand von Photoshop auf.

Ihr könnt natürlich ebenso wie wir es getan haben, auch externes Bildmaterial verwenden, aber bitte nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Eigentümers und Link zum Originalbild.

Und jetzt genug der Worte! Auf die Plätze, fertig, los! Habt Spaß!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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