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Posts Tagged ‘Bäume’

Die Traurigkeit der Bäume

15 Sep

Der in Moskau lebende Anton Park beschäftigt sich in seinen schwarzweißen Doppelbelichtungen mit der Kombination aus Gesichtern und Naturelementen. Mit diesem Thema haben sich vielleicht schon viele vor ihm beschäftigt, aber dass diese unglaublich auf den Punkt gebrachten Kombinationsbilder analog enstanden sind, macht sie einmal mehr zu etwas Besonderem.

Vor sechs Jahren hat er mit dem Fotografieren begonnen, vor fünf Jahren hat Anton sich in das analoge Mittelformat verliebt, hat sich eine Hasselblad 500C/M zugelegt, aus lauter Zuneigung sogar seinen Hund Hasselblad genannt, und ist ihr seither treu geblieben. Klassische Portraitgrößen wie Richard Avedon und Irving Penn sind seine Vorbilder, und obwohl er sich am Anfang unsicher war, wo es hingehen sollte, ist er beim Portrait geblieben.

Ich bin meinen eigenen Weg gegangen. Menschen sollten sich stetig weiterentwickeln, denke ich. Ich kann nicht sagen, dass ich in ein paar Jahren noch genau dasselbe mache, aber jetzt, genau hier, erfüllt es mich.

Die Doppelbelichtungen, teileise sogar Dreifachbelichtungen von Menschen und Bäumen sind größtenteils auf Antons Lieblingsfilmen entstanden, dem Kodak T-Max 100 und dem Tri-X 400. Diese starken Schwarzweißfilme benutzt er aufgrund ihrer tollen Kontraste so gern. Dass alle Doppelbelichtungen zwar geplant, aber in ihrem Ergebnis dann doch unvorhersehbar sind, macht die Bilder noch spannender.

Ein angeschnittenes Gesicht, ein Kopf aus dem Äste sprießen, eine mystische Symbiose aus Gesicht und Natur. Menschen im Einklang mit der Natur? Es könnte so harmonisch sein, doch die Menschen wirken düster. Niemand lächelt. Alle blicken ein bisschen traurig zwischen ihren Bäumen, Blättern oder Wolken hervor.

Ich kann gar nicht viel zu meinen Fotos sagen, wenn ich ehrlich bin. Ich würde sie einfach als Portraits mit einer Portion Melancholie bezeichnen.

Doppelbelichtung einer Frau und einer Spiegelung eines Baumes

Doppelbelichtung einer Frau und Gestrüpp

Doppelbelichtung eines Frauenportraits und einer Silhouette

Doppelbelichtung eines Mannes mit einem großen Ast

Doppelbelichtung einer Frau und einem kahlen Baum

Doppelbelichtung eines Mannes und einer Landschaft

Doppelbelichtung einer Frau und einem Baum

Doppelbelichtung eines Frau mit einem Fenster

Doppelbelichtung eines Menschen mit Händen vor dem Gesicht und Lichtreflektionen

Doppelbelichtung einer Frau und Wolken

Doppelbelichtung einer Frau mit einem Baum

Doppelbelichtung eines Mädchens und einem See

Auf Anton Parks Webseite oder in seinem Flickr Portfolio sind noch viele weitere starke Schwarzweißfotografien zu sehen – auch ganz klassische Portraits ohne Doppelbelichtung.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Künstliche Bäume von Menschen und Vögeln

06 May

Dillon Marsh macht Landschaftsaufnahmen – im weitesten Sinne. Seine Themen speisen sich aus der Interaktion des Menschen mit der Natur, die er in seinem Umfeld rund um Kapstadt in Südafrika findet. Hier möchte ich Euch zwei Serien aus seinem Werk vorstellen, die zusammen betrachtet besonders spannend werden.

Die Umwelt, die uns umgibt, ist gefüllt mit von Menschenhand geschaffenen Strukturen ebenso wie mit seltsamen Details, die entstehen, wenn die Natur sich etwas zurückerobert oder der Mensch die Natur nachahmt. Oft gehen diese spannenden Auswüchse aber in unserer alltäglichen Wahrnehmung unter.

In Dillons Serie „Invasive Species“ sieht man etwa Funkmasten, die in Kapstadt seit 1996 als große Palmen verkleidet werden und sich so in ihre Umgebung besser einfügen. Besser? Das ja, aber seltsam sehen sie immer noch aus. Wie eine nicht ganz passende Montage, ein Fehler in der Wahrnehmung.

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Invasive Species © Dillon Marsh

Beinahe genau anders herum funktioniert die Serie „Assimilation“. Sie zeigt die Bauten von Siedelwebern, einer Vogelart, die in der südlichen Kalahari-Wüste zuhause ist. Hier haben die Vögel die Masten von Telefonleitungen in Besitz genommen, die in ihrem Revier verlaufen.

Auf den ursprünglich anonymen Holzpfeilern bauen sie aus Zweigen und Grass ihre Nester in organischen Formen, die immer wieder anders aussehen und so jedem einzelnen eine Art Persönlichkeit verleihen. Und durch die Besiedelung herrscht nun auch konzentriert Leben an den sonst eher unwirtlichen Orten.

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Assimilation © Dillon Marsh

Dillon Marsh hat 2003 seinen Bachelor in „Fine Art“ an der Universität Stellenbosch gemacht. Schon in seiner Studienzeit fühlte er sich zur Fotografie hingezogen und ist seitdem bei ihr als bevorzugtes Ausdrucksmittel geblieben. Die beiden obigen Serien verdeutlichen dabei seinen Ansatz:

Ich wähle meistens Objekte, von denen es eine Vielzahl in der Umwelt gibt, sodass ich eine ganze Familie von ihnen in einer Serie von Fotos darstellen kann. So kann ich die einzelnen Mitglieder mit ihrer individuellen Persönlichkeit ebenso darstellen wie die Gemeinsamkeiten, die sie haben.

Wenn Ihr nun – hoffentlich – neugierig auf die weiteren Serien geworden seid, dann könnt Ihr die Arbeiten von Dillon Marsh auf seiner Webseite, bei Facebook oder auf Behance finden.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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