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Posts Tagged ‘Analoge’

Analoge Streifzüge bei schlechtem Wetter

02 Aug

Die düsteren, undurchsichtigen Landschaftsbilder von Ludovico Poggioli weckten in mir ein Interesse dafür, wie sie entstanden sind, wo die spannende Atmosphäre her kommt. Seine Bilder entstehen auf Spaziergängen mit seinen beiden Hunden, bei möglichst schlechtem Wetter. Je schlechter, desto besser.

Hin und wieder finden auch Tiere und Menschen den Weg in seine Aufnahmen, die auf nächtlichen Streifzügen auf der Suche nach Ruhe seinen Weg kreuzen. Ludovico arbeitet analog, er liebt es, Aufnahmen zu vergessen und sich beim Entwickeln von ihnen überraschen zu lassen. Diese Faszination wird verstärkt durch die Entwicklung in der eigenen Dunkelkammer, durch die Einzigartigkeit jedes einzelnen Fotos.

Ich liebe die Stille und die Bewegung, die ich in den langen Belichtungszeiten beim nächtlichen Arbeiten finde.

Durch die Frage danach, wie diese Aufnahmen entstanden sind, fällt der Blick auch auf Technik und Material. Ludovico arbeitet hauptsächlich mit einer Leica M6, einer Oympus XA und einer Hasselblad 500CM, jeweils mit unterschiedlichen Filmen, wobei seine liebsten klassische Filme mit ISO 400 von Ilford, Kodak und Bergger sind.

Wald im Nebel.

Pferde im Nebel.

Eine Person und zwei Hunde im Nebel.

Karge Landschaft im Nebel.

Zwei Bäume im Nebel

Karge Landschaft im Nebel.

Karge Landschaft im Nebel.

Karge Landschaft im Nebel.

Karge Landschaft und ein Zaun im Nebel.

Bäume und Sträucher im Nebel

Karge Landschaft im Nebel.

Karge Landschaft im Nebel.

Verschwommene Tiere.

Ludovico stammt aus Umbria, Italien, wo er noch immer lebt und arbeitet. Die Ergebnisse seiner fotografischen Spaziergänge sind bei Flickr zu finden.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Über analoge Ehrlichkeit und Blumen im Haar

17 Jan

Ein Beitrag von: Lisa Licht

Angefangen hat alles vor fünf Jahren als ich noch zur Schule gegangen bin und mir das Wahlfach Fotografie verglichen mit allen anderen ziemlich sympathisch war. Ich habe zu dieser Zeit eine alte analoge Canon von meinem Opa bekommen und hatte einen unglaublich beeindruckenden Lehrer. Kennt Ihr das, wenn man merkt, dass jemand seine Arbeit wirklich liebt? Das passiert in meiner Welt leider gar nicht so oft.

Mich beeindruckt so etwas aber ungemein. Mein Fotografie-Lehrer ist so jemand. Ein Fotograf der alten Schule mit dicker Hornbrille und Bart. Er hat damals etwas ziemlich Gutes gemacht: Er hat mich komplett angesteckt mit seiner Liebe und Hingabe zur Fotografie.

Nina © Lisa Licht

LenaPola © Lisa Licht

Ich werde niemals den Geruch der Chemikalien in unserer kleinen Schuldunkelkammer vergessen, die Spannung beim Entwickeln, das Geschrei, wenn ein Schüler mal aus Versehen auf den Lichtschalter am und dann alle tierisch lachen mussten.

Ich liebe die Analogfotografie, weil sie rein und ursprünglich ist und eine unglaubliche Tiefe besitzt. Sie zeigt, dass man in der Kunst an keiner Stelle etwas vortäuschen muss, um etwas Schönes zu erschaffen.

Elisa © Lisa Licht

Maria © Lisa Licht

Für mich ist das der wichtigste Grundsatz in meinen Fotos: Natürlichkeit. Den Menschen so zeigen wie er ist oder es zumindest so gut es geht versuchen. Diese Art des Fotografierens in der digitalen Fotografie behalten.

Das heißt nicht, ohne Bildbearbeitung auszukommen. Aber es heißt, besondere Züge, die zu Individuen dazugehören, zu behalten, egal ob diese jetzt der Mehrheit gefallen oder nicht.

Mir geht es mit meiner Fotografie immer um den Menschen – auch, wenn ich mich immer noch nicht entscheiden könnte, welcher Bereich mir dabei am meisten Freude macht.

Lisa © Lisa Licht

LenaKleid © Lisa Licht

Was zum Beispiel in der Welt der Mode wirklich großartig ist, ist, dass man in andere Welten schlüpfen kann. Dass man gestalten kann. Dass das Thema Mode eigentlich, wenn man genau hinsieht, kein oberflächliches Thema ist, sondern die Kleidung eines Menschen unglaublich viel über ihren Träger aussagt.

Ich weiß aber nicht, ob ich in der Fashion/Beauty-Fotografie zurecht kommen würde, weil ich wirklich kein oberflächlicher Mensch bin und manche Konventionen in diesem Bereich sicher nicht einfach hinnehmen könnte.

Auf der anderen Seite würde mir sicher sehr viel Farbe fehlen, wenn ich mich jetzt entschließen würde, nur noch journalistisch, ehrlich und dokumentarisch zu fotografieren und ich keinem, der vor meiner Kamera steht, mehr eine Blume ins Haar stecken dürfte.

Lisa&Nemo © Lisa Licht

Christina © Lisa Licht

Ich glaube, wir Fotografen arbeiten am produktivsten und inspiriertesten, wenn wir ein starkes Gefühl haben. Egal ob es ein positives oder ein negatives Gefühl ist. Ich merke, dass mir besondere Ideen kommen, wenn ich besonders glücklich bin. Dann sind die Motive in meinen Fotos Menschen oder Dinge, die ich liebe. Ballerinas, Federgestalten oder Sternenmädchen zum Beispiel.

Aber genauso sprudelt es nur so an Ideen, wenn mich etwas wirklich ärgert. Beides kann total beeindruckend sein. Wenn jemand mir mit einem Foto zeigt, wie schön die Welt doch ist, aber genauso, wenn man Schmerz oder Ärger mit einem Foto verarbeiten kann. Das ist es, was ich am meisten an der Fotografie liebe.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Analoge Fotografie aus Leidenschaft

05 Sep

Ein Beitrag von: Daniel Schöps

Von fast allen geliebt, von vielen gehypt, aber nur von wenigen angewendet.

– Analoge Fotografie – Ari und ich mittendrin.

Was soll das Ganze hier? Im Prinzip möchte ich Euch meine Sammlung analoger Kameras vorstellen. Und das anhand von Fotos, die ich mit diesen Kameras von Ari gemacht habe. Als wir uns damals kennenlernten, stand sie bereits hauptberuflich, vor allem aber mit Leidenschaft, als Modell vor der Kamera.

Jedes unserer gemeinsam entstandenen Werke wird von mir immer mit dem benutzten Kameramodell in der Beschreibung veröffentlicht. Denn jeder Apparat hat seine eigenen kleinen Besonderheiten und diesen Charakter findet man auch in den Fotos wieder. Ich möchte auf diese Weise meine alten Schätzchen in den Vordergrund holen und vielleicht sogar etwas Interesse an der Technik schüren.

Zeiss Ikon Ikonta © Daniel SchöpsZeiss Ikon Ikonta  © Daniel Schöps

Kamera: Zeiss Ikon Ikonta

Denn das ist es, was mir an der analogen Fotografie so gut gefällt: Der Umgang mit diesen wundervollen alten Fotoapparaten und beim Bild die Reduktion auf das Wesentliche. Deswegen nutze ich auch am liebsten Schwarzweiß-Filme wie den Kodak Tri-X oder den Ilford HP5 Plus. Und je älter die Kamera ist, umso mehr Spaß macht mir das Fotografieren mit ihr.

Eines meiner absoluten Lieblingstücke ist die Zeiss Ikon Ikonta M (Mittelformat 6×6) aus den 30er Jahren, die auch rege von mir genutzt wird. Im Kleinbild-Bereich tendiere ich stark in Richtung Osten. Meine 4 Prakticas sind mehr sehr ans Herz gewachsen und es geht nichts über das Kalaschnikow-artige Auslösegeräusch einer Zenit ET. Als perfekte Reise- und Streetkamera hat sich aber die Yashica FX3 Super herausgestellt. Klein und kompakt, aber mit überragender Verarbeitung und toller Abbildungsleistung.

Praktica Super TL1000 © Daniel SchöpsYashica FX3 © Daniel Schöps

links: Praktica Super TL1000; rechts: Yashica FX3

Allerdings war aller Anfang schwer. Das Wort Leidenschaft beinhaltet ja ganz klar das Wort „Leiden“. Meine Leidenschaft zur analogen Fotografie begann im jugendlichen Alter, als ich eine Zeiss Ikon Contessa und eine Praktica SuperTL1000 als Familienerbstücke geschenkt bekommen hatte und nicht wusste, wie sie funktionieren.

So wanderten sie erst einmal in die Vitrine und sahen gut aus. Zum Glück blieben sie dort nicht lange und nach vielem Rumprobieren kamen dann auch tatsächlich Fotos dabei raus. Die waren weder gut noch künstlerisch wertvoll. Und aufgrund der defekten Belichtungsmesser auch entweder zu dunkel oder zu hell. Wie gesagt, mehr Leiden als Leidenschaft.

Praktica MTL5B
Kamera: Praktica MTL5B

Auch wenn mich die Lehrer in der Schule immer als lernresistent charakterisiert haben: Im Laufe der Jahre hatte ich mich weiter in die Thematik eingearbeitet und nach und nach den Umgang mit der analogen Technik erlernt.

Eine regelrechte Eigendynamik hat das Ganze aber erst nach dem ersten Shooting mit Ari bekommen. Nachdem ich die Dias abgeholt und gescannt hatte, gab es kein Zurück mehr. Das war es, wonach ich immer gesucht hatte. Blinker links und Überholspur!

Seitdem sind wir beide vor und hinter der Kamera ein perfektes Team. Viel Spaß mit den Fotos – alle analog und alle mit viel Leidenschaft. Nur jetzt ganz ohne Leiden!

Das Titelbild entstand mit einer Zeiss Ikon Contessa.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Analoge Alltagsromantik

11 Dec

Ein Beitrag von: Sina Opalka

Philipp Bartz, 23 Jahre alt, studiert an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin und arbeitet nebenher als Grafik- und Webdesigner. Ein stiller Mensch mit wachem Blick. Zurückhaltend und dann doch zu begeistern.

Es kommt ein Thema und schon schnellt er vor, greift sich den Moment mit der Zunge. Ja, es sind die Momente, mit denen hat es angefangen, die im Alltag, die Menschen im Alltag und deren Alltag. Irgendwann kaufte er sich eine Kamera, dann zwei. Sowohl analog als auch digital wurden seine Eindrücke nun verpackt.

Er ist genau und möchte die Dinge abschließen, zumindest das Gefühl haben, sie seien abgeschlossen. Ein ganzheitliches Bild, das braucht er. Auch als Basis. So entschied er sich irgendwann, sein digitales Equipment zu verkaufen und in Zukunft ausschließlich analog zu arbeiten.

Vorher schon begann er neben dem Einfangen von Momenten, Bilder, Motive zu inszenieren. Er fotografierte Modelle, Menschen, die er dann irgendwann besser kannte oder die einfach fremd blieben.

Wenn ich die Bilder von Philipp anschaue, begegne ich der Verletzlichkeit. Konturen, Kontraste, Schatten und Schimmer. Zerbrechlichkeiten. Zerbrechliche Frauen, offensiv, verletzt und bereit. Dunkle Haare wie ein Vorhang, der die Fenster der Seele bedeckt.

Da ist Vergänglichkeit und entjungferte Jungfräulichkeit. Junge, zaghafte Erotik, wie wir ihr so oft begegnen in der analogen Alltagsromantik und ich für meinen Teil doch immer wieder gern versinke in den Körperlandschaften.

Vorsichtig umschließt das inszenierte Bild eine heimliche Wahrheit. Ich frage mich, ob die Inszenierung eines Fotos nicht parallel die eigentliche Wahrheit bedeutet. Ist das Motiv doch ein Spiegel dessen, was wir uns vielleicht wünschen, auf andere übertragen und wie so oft die Kunst dafür gebrauchen, uns ein bisschen zu verwirklichen.

Zur analogen Fotografie gehört auch das selbst Entwickeln. Und sei es auch auf dem eigenen Sofa. So wie es Philipp manchmal mit seinen Negativen macht. In den Räumen der Schule entwicklen zu können ist ein großes Glück. Zu Hause das eigene Labor zu haben, ein Traum, schwärmen wir gemeinsam.

Eine Ausbildung zum Fotografen ist vielleicht nicht das Wichtigste oder eine Bedingung für ein erfülltes Schaffen, kann aber eine Hilfe sein, vor allem, was technische Fragen betrifft. Philipp lebt in einer WG, Tür an Tür mit zwei weiteren jungen Fotografen. Sie sind Mitbewohner, stille Kollegen, Kritiker und Inspirationsquellen aus welchen es freundschaftlich sprudelt. Gemeinsam haben sie einen Fotoblog.

Während Philipp mir von seinen fotografierenden Mitbewohnern berichtet, denke ich an all die Faktoren, die das Gerüst bilden, selbstständig fotografisch tätig zu sein. Wieviel Kreativität, Organisation und Mut dazu gehört.

Wie ungleich lang jeder einzelne Weg von der Idee bis hin zum Bild ist und wie sehr es jedem etwas anderes bedeutet. Und wieder frage ich mich, ob ein Foto nicht eine tiefe Sehnsucht danach ist, etwas von dem zu sein, was man meint, dahinter zu sehen; was man sich erhofft, eingefangen zu haben.

Philipp möchte sich Neuem zuwenden. Das inszenierte Motiv ist aus seinem Fokus gerückt. Manchmal müssen Fotos anfangen, neu zu atmen, sich anders lebendig zu machen und der Fotograf einen Weg finden, dass das Foto von allein auf sich aufmerksam macht.

Ich bin für jeden Menschen, den ich treffe dankbar, der sich auf diesen Weg begibt und mit mir ein bisschen seiner Sichtweise auf die Dinge und durch die Linse teilt. In diesem Sinne: Danke, Philipp!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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