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Marit Beer lebt und arbeitet in Berlin. Sie beschäftigt sich mit künstlerischer Fotografie, experimentiert gern und mag Menschen mit ihren Geheimnissen vor der Kamera. Sie schreibt das dritte Mal für KWERFELDEIN und berichtet dieses Mal über ihre Reise nach Budapest mit Fotografien ihres Freundes Marcel Pommer.

Bilder von Marcel, Links: Alte Markthalle in Elisabeth-Stadt. Rechts: Cafe Central, ehemaliges Literaturcafe mit wunderschöner Inneneinrichtung.
Meine ersten Erinnerungen an Budapest stammen aus Bildbänden meiner Eltern. Großflächige Schwarzweiß-Fotografien, die Menschen auf Straßen und Plätzen zeigten, mit Licht und Schattenspielen auf dem grauen Asphalt. Es waren Fotografien von Bruno Bourel, ein namhafter Budapester Fotografen, die jenes melancholische Bild dieser Stadt in mir formten.
Es waren immer die Weite und das Alte, das mich damals schon daran faszinierte. Eine Stadt, deren sichtbares Altern und Alterndürfen von Gebäuden, Straßen und Menschen festgehalten wurde. Diese Stadt wollte ich nun zusammen mit meinem Freund entdecken. Die schummrigen Bilder im Kopf Wirklichkeit werden lassen und das Gefühl, das die Fotografien in mir auslösten, finden.

Bild von Marit, die heimlichen Besitzer der Stadt – Tauben.
Gefunden haben wir dieses Gefühl vor allem in Elisabeth-Stadt, dem jüdischen Viertel von Budapest. Wir haben uns zwei Tage dafür Zeit genommen, sind geschlendert, haben uns treiben lassen und sind von Ort zu Ort gekommen.
Haben im Vorbeigehen Gesprächen zwischen deutschen Nonnen und Jiddisch sprechenden Rabbinern gelauscht, sind dem Schatten eines alten Mannes gefolgt, haben unsere Nase an alten, verwunschenen, geschnörkelten Jugendstilzäunen plattgedrückt, haben wehende Gardinen betrachtet.
Den darum herum bröckelnden Putz der alten Gebäude bewundert, danach die Nase in die alte Markthalle gesteckt und kamen aus dem Staunen nicht raus ob all der angebotenen Gemüsesorten, Backwaren und Fleischberge, die einen ganzen Stadtteil versorgen.

Bild von Marcel, Elisabeth-Stadt.
Wir haben die neueste Mode an schlanken Frauenkörpern bewundert und auf der anderen Seite die rostroten Pfützen und darin badenden Tauben betrachtet. Wir waren erstaunt über Busse, die an Oberleitungen hingen und sich wie Schlangen durch die engen Straßen wanden.
Wir fanden Melancholie in den Hinterhöfen und Armut auf den Treppen der Mietshäuser. Wir waren inmitten der Bilder von Bruno Bourel, der das jüdische Leben seiner Zeit festgehalten hat. Plötzlich war uns, als wären auch wir Teil einer Geschichte, Teil eines Bildes, einer Erinnerung.
Aber wir wollten nicht nur selbst eine Erinnerung sein, sondern auch Erinnerungen in Form von Bildern mitbringen. Im Gepäck hatten wir unsere Kameras, jeder eine Canon A-1 und zahlreiche Schwarzweiß-Filme von ISO 50 bis 400.
Der heiße und sonnendurchflutete Budapester Sommer machte die im Kopf sitzenden Aufnahmen schwer auffindbar. Aber dennoch haben wir hier und da die stillen Bilder finden und mitnehmen können.

Bild von Marcel.
Zu meinen beiden Lieblingsmotiven gehört zum einen ein Foto, welches eine an einer Pfütze trinkenden Taube und dem gegenüber, fast nicht sichtbar, die Beine eines schlafenden Menschen auf der Treppe eines Mietshauses zeigt. Das Bild ist leise, ohne Anklage, und ich schaue es ebenso lange an wie früher die Aufnahmen von Bruno Bourel, der ebenso Momente festhielt, die damals niemandem ein Foto wert waren.
Das andere Bild zeigt mehrere Tauben in einem leeren Korb. Ich erinnere mich, wie ich auf dem Hof der Markthalle plötzlich Gurren und Flügelschlagen hörte und versteckt unter einem Tisch Tauben in einem Korb fand. Zuerst dachte ich, man verkaufe hier auch lebende Tiere, aber als ich mich an das Bild gewöhnte und beobachtete, sah ich, dass es die Körbe eines Bäckers waren, der seine Waren auf dem Tisch darüber feil bot, und dass die Tauben lediglich das übrig Gebliebene aufpickten.
Wenn ich das Bild betrachte, sehe ich auch all die anderen Bilder vor mir, die aufzunehmen ich mich nicht traute. Alte Frauen mit tiefen Furchen im Gesicht, Männer, die lachen und rauchen, Kinder, die sich die Nase an der Scheibe der Backwaren platt drücken und das Bild der Zigeunerin, die uns verängstigt den Weg zur Markthalle zeigte.

Bild von Marit. Tauben in der Markthalle.
Ein Ort, an dem wir uns auch sehr gerne aufgehalten haben, ist das Café Central am Ferenciek tere in einer kleinen Gasse nahe der Donau. Früher bekannt als Literatencafé, trifft man auch heute in den hinteren Ecken noch Zigarren rauchende Intellektuelle gut getrennt von den an weitläufigen Tischen schlemmenden Touristengruppen.
Hier haben wir nicht nur einen guten Kaffee getrunken, sondern auch die wunderbare Inneneinrichtung bewundert. Ein empfehlenswerter Ort, um Auszuruhen und schöne Fotos mit nach Hause zu bringen.

Bild von Marit. Eingangsbereich im Haus der ungarischen Fotografie (Mai Mano) mit zahlreichen Ausstellungen und einem kleinen Shop.
Im Haus der ungarischen Fotografie fanden wir dann weitere Bilder der Stadt und der Menschen. Es ist ein Ort mit wechselnden Ausstellungen und einem schönen kleinen Laden mit Fotobänden und Fotografien ungarischer Fotografen.
Hier konnten wir das Lebensgefühl der Stadt noch einmal in Bildern Revue passieren lassen und ganz nebenbei ein sehr schönes Gebäude von innen betrachten, das früher das Atelier des Hoffotografen Manó Mai war.

Bild von Marcel.
Wir haben viel gesehen, alte Bilder gefunden und Neues entdeckt. Budapest ist eine lebendige und hier und da auch schlafende Stadt. Sie ist voller Gegensätze und interessanter Menschen. Wir wissen, es war nicht unser letzter Besuch. Der Winter dort wartet auf uns und mit ihm alte und nun auch neue Bilder, die wir im Kopf herumtragen.
We’ve published a gallery of 23 images shot with the Nikon J1. We’ve shot a selection of images using the Nikon J1 – the simpler of the company’s two ‘Nikon 1’ cameras. Combined with the 1 Nikkor VR 10-30mm f/3.5-5.6 kit lens, we’ve taken a variety of real-world images in a variety of light conditions. Given all the controversy the J1 and V1 have generated, we thought it made sense to look at some of its images. Raw files to follow in the coming hours.
News: Digital Photography Review (dpreview.com)

Nyan Cat Thailand. Music by @phil_wc www.facebook.com soundcloud.com Animation by @saa3 www.facebook.com www.facebook.com www.youtube.com Download mp3 : www.mediafire.com Attribution-NonCommercial 3.0 Unported (CC BY-NC 3.0) creativecommons.org ??. ????? phil-wc.exteen.com ———————————————– Original Nyan Cat: www.prguitarman.com ———————————————-
In this episode Mark explains the basics of HDR photography.
Gina is one of the wisest people I’ve ever met; camouflaged in the skin of a beautiful Italian wanderer. Sometimes a contradiction in a culture such as ours… until you meet someone like her.
Our first shoot, I hope it’s not our last.


















Es folgt ein Artikel von Andy Kämpf aus Erfurt. Er arbeitet als Kommunikationsdesigner und Fotograf. Sein Portfolio reicht von Portraits, Architektur, Landschaft bis hin zu 360°-Panoramen. Seine Fotos sind unter anderem auf seiner Webseite und bei Facebook einzusehen. Andy Kämpf arbeitet mit vorhandenem, aber auch mit künstlichem Licht, um über gezielte Lichtsetzung atmosphärische Stimmungen zu kreieren.Wer kennt sie nicht, die Verkäufer an den Stränden dieser Welt? Oft als störend empfunden, preisen sie den Touristen gefälschte Uhren, Taschen, Schmuck, Sonnenbrillen, aber auch jede Menge Nippes an.
Die meisten von uns fühlen sich von ihnen belästigt und die Verkäufer mutieren schnell zu „gesichtslosen“ Störenfrieden. Ich habe diese Menschen an der italienischen Riviera kennengelernt, portraitiert und versucht, ihnen damit ein Gesicht zu geben.
In ehrlichen und intimen Portraits möchte ich Menschen aus Marokko, Bangladesh, dem Senegal und Kamerun zeigen. Von gut gelaunt über freundlich bis hin zu stolz, einer gewissen Traurigkeit, aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft, zeigt sich die ganze Bandbreite der Portraits.

Boubacar, 37, Senegal, Ware: Strandspiele, Bälle, Hüte
Nur wenige denken über das Schicksal dieser Menschen in ihrem Urlaub nach. Bepackt mit ihren Waren laufen sie bis zu zehn Stunden am Tag in der Hitze den Strand auf und ab. Höflich, zum Teil jedoch auch aufdringlich, begegnen sie uns und versuchen, ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen.
Der durchschnittliche Tageslohn eines „erfolgreichen“ Verkäufers beträgt ca. 10 bis 20 Euro. Die Masse der Produkte stammt nicht, wie angepriesen, aus Afrika oder Indien, sondern direkt aus Italien.
Eine ganze Industrie bzw. kriminelle Organisation verdient damit an den Urlaubern. Die Strandverkäufer sind meist Angestellte oder auch inoffizielle „Mitarbeiter“ aus den Läden der Innenstadt und werden nach Verkaufserfolg bezahlt- schwarz, versteht sich.
Sie holen ihre Waren jeden Morgen an den Verteilerpunkten bzw. in den einzelnen Läden ab. Alle Strandabschnitte sind fest aufgeteilt. Bewegt sich ein Verkäufer an einem anderen öffentlichen Strand, hat er mit viel Ärger zu rechnen.

Moustapha, 43, Senegal, Ware: Hüte, Uhren
Viele von ihnen haben keine oder nur eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung. Kontrollen am Strand gibt es nicht, dennoch haben viele Verkäufer Angst, ihren Job zu verlieren, da er oftmals die einzige Möglichkeit ist, Geld zu verdienen.
Das hart verdiente Geld wird häufig an die in ihren Heimatländern zurückgelassenen Familien geschickt. Die Menschen aus Afrika, die sogenannten „Boatspeople“, flüchten meist mit kleinen Booten nach Italien. Ihr erstes Ziel ist hier die italienische Ferieninsel Lampedusa, wo sie in Aufnahmelagern zusammengepfercht sind.
In Italien an einem der zahlreichen Strände angekommen, beginnt dann die moderne Ausbeutung. Es herrscht großer Konkurrenzkampf zwischen den Verkäufern: Senegalesen und Marokkaner buhlen mit identischen Waren um jeden Kunden.
Die Verkäufer haben meist kein festes Zuhause, sie übernachten auf der Straße oder in kleinen Hütten, die sich in den Pinienwäldern (Viareggio) nahe der Strände befinden. Zu beobachten ist, dass viele Verkäufer noch recht jung sind. Frauen sieht man nur vereinzelt in dieser Männerdomäne.

Fatima, 19, Kamerun, Ware: Schmuck, Kleider
Ziel dieser Fotoserie ist es, für ein wenig mehr Verständnis und Offenheit zu sorgen, ohne dabei zu verallgemeinern oder zu urteilen.
Wer gern Menschen kennenlernt, sei es auch nur für ein paar Minuten, wird überrascht sein, wie interessant die einzelnen Schicksale und Geschichten der Strandverkäufer sind.
Was mir während der fotografischen Arbeit besonders auffiel: Ein Kauf war nach den einzelnen Unterhaltungen nicht mehr zwingend notwendig. Im Gegenteil, viele freuten sich über die Verschnaufpause im „Strand-Verkaufs-Marathon“ und waren dankbar für ein paar Minuten Aufmerksamkeit.

Max, 32. Senegal, Ware: Schmuck, Armbänder
„Ciao, Grazie“ – sind die zwei Worte, die die Strandverkäufer sehr oft zu hören bekommen. Ciao, Grazie – Nein Danke! Auf Wiedersehen.
Ein junger Mann, den ich getroffen habe, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sein Name war Max, 32 Jahre alt, aus dem Senegal. Max studiert Spanisch in Italien und verdient seinen Lebensunterhalt als Strandverkäufer. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.
Wir unterhielten uns über seine Arbeit als Strandverkäufer, seine Familie, sein Land und dass ich dort unbedingt mal hinfahren sollte.
Nach einer Weile erzählte ich Max von meinem Projekt und dass ich gern ein Foto von ihm machen würde. Max willigte sofort ein. Als Max sich wieder seiner Arbeit zuwenden musste, wollte ich ihm aus Höflichkeit eine Kleinigkeit abkaufen.
Max winkte nur ab. Lächelte mich an und verabschiedete sich mit den Worten: „Ciao, Grazie!“
Diese zwei Worte hatten plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Aus Worten der Ablehnung wurden Worte des Dankes für ein paar Minuten Zeit, die ich ihm geschenkt hatte und ohne etwas gekauft zu haben.

Pape, 17, Senegal, Ware: Geldbörsen, Armreifen, Spiele
Pape, 17 Jahre alt aus dem Senegal, war der jüngste Strandverkäufer, den ich kennen gelernt habe. Er ist das erste Jahr als Strandverkäufer in Viareggio tätig und kam wie viele andere vor ihm mit dem Boot über die italienische Insel Lampedusa nach Italien.
Im Gespräch mit ihm wurde mir sehr schnell klar, dass dieser junge Afrikaner alles für eine bessere Zukunft tun würde. Er fragte mich, ob ich ihn nicht mit nach Deutschland nehmen könnte.
In Viareggio gibt es nicht nur den öffentlichen Badestrand, an dem gefälschte Waren verkauft werden, sondern auch einen Strandabschnitt, an dem vor allem junge Nordafrikaner ihren Körper an Touristen verkaufen.
Man kann nur erahnen und gleichzeitig hoffen, wie das Schicksal von Pape in der Zukunft aussehen mag. Die Begegnung mit ihm hat mich jedenfalls etwas traurig gestimmt.

Yassin, 21, Marokko, Ware: Donuts
Yassin, 21 aus Marokko, war das erste Portrait, aber auch das schwerste, das ich am Strand von Viareggio in Italien geschossen habe. Yassin ist Marokkaner und studiert Hydraulik in Italien. Um sich über Wasser zu halten, verkauft er Donuts am Strand.
Es sollte das einzige Portrait eines Marokkaners sein, was ich in dieser Zeit machen durfte. Die Hintergründe dafür sind vielschichtig. Zu diesem Zeitpunkt war das für mich aber noch unklar, es war ja auch das erste Portrait.
Wie ich später erfuhr, hat es nicht nur mit Angst vor der Polizei zu tun, sondern auch religiöse Hintergründe und Aberglaube. Die Marokkaner glauben, dass Fotos und Bilder ihnen den Lebensgeist entziehen. Auch im Islam ist von einem Bildverbot die Rede, das die bildliche Darstellung von Lebewesen untersagt.
Darüber hinaus sind Marokkaner ein sehr stolzes Volk und unterscheiden sich in ihrer Mentalität sehr von den anderen Strandverkäufern.

Razoul, 26, Bangladesh, Ware: Sonnenbrillen
Auf der Fahrt nach Viareggio in Italien hatte ich viel Zeit, darüber nachzudenken, wie ich das Vertrauen dieser Menschen gewinnen könnte und wie im schlimmsten Fall die Reaktionen ausfallen würden. Es gibt viele Gründe, warum ich dort kein einziges oder nur wenige Fotos hätte machen können. Angst vor der Polizei, religiöse Vorstellungen, Misstrauen und anderes.
Zuletzt sollten es dann insgesamt über 30 Begegnungen sein, bei denen 26 Portraits entstanden sind.
Zur Zeit wird die Serie “Ciao, Grazie” im Rahmen der Sommergalerie in Weimar ausgestellt. Fotos und Infos zur Vernissage gibt es hier.
Sometimes you only catch glimpses of her in the quiet glances lifted from moments of… wonder?








Model is Shell Mccallum
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